Erste Zahlen für 2009
Das Statistische Bundesamt hat Zahlen zur deutschen Staatsverschuldung für das vergangene Jahr bekanntgegeben. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel nominal um 3,5% auf 2407 Mrd. €.
Das staatliche
Defizit des Jahres 2009 betrug 79 Mrd. €, das sind
3,3% gemessen am BIP. Nach den Maastricht-Regeln sind 3% erlaubt.
Damit dürfte die Gesamtverschuldung eine Größe von ca.
1720 Mrd. € erreicht haben. Das sind über
70% gemessen am BIP. Nach den Maastricht-Regeln sind 60% erlaubt.
Die Entwicklung ist sehr ungünstig, aber nicht katastrophal, wie noch im vergangenen Sommer befürchtet. (Damals rechnete die Bundesregierung mit einem Defizit 2009 von 126 Mrd. €.) Ähnlich hohe Defizite hat es auch in früheren Abschwungphasen gegeben.
Das eigentliche Problem liegt in der langfristigen Zunahme der Staatsverschuldung: Seit Jahrzehnten gelingt es nicht, in Aufschwungphasen Überschüsse zu erzielen, die die Defizite ausgleichen.
Außerdem ist inzwischen der Sockel der alten Schulden derart hoch, dass es allmählich gefährlich wird. 70% Schulden, gemessen am BIP - damit nähert sich Deutschland einer Schuldenhöhe, in der Gläubiger Risikozuschläge fordern.
Stand: 24. Februar 2010