Ausland: Europa
Auch die meisten anderen europäischen Staaten sind hoch verschuldet, am höchsten Griechenland, Italien, Belgien, Irland und Portugal:
Beim Vergleich der Staatsverschuldung verschiedener Länder muss man berücksichtigen, dass die Volkswirtschaften verschieden groß sind. Deshalb wird die Gesamtverschuldung nicht in absoluten Geldbeträgen ausgedrückt, sondern in Beziehung zum
Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesetzt. Nach den Maastricht-Kriterien für die EURO-Währungsunion soll die Gesamtverschuldung 60% des BIP nicht übersteigen. - Für den 31.12.2010 nennt die Europäische Union folgende Zahlen
(Quelle 27):
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Belgien
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96,8%
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In den Jahren 2009 und 2010 hat die Finanzkrise zu einem Anstieg der Staatsverschuldung geführt, wie es sie nach dem Zweiten Weltkrieg noch nie gegeben hat! Die 60%-Grenze steht nur noch auf dem Papier.
Drei Staaten wären zahlungsunfähig geworden, wenn die anderen EURO-Länder nicht frische Darlehen gegeben hätte: Griechenland, Irland, Portugal.
In Deutschland ist die Staatsverschuldung im Laufe eines einzigen Jahres um fast 10% gestiegen - das ist eine extrem starke Zunahme. Eventuell wird die Verschuldung in Zukunft um einige Prozentpunkte sinken, wenn aus der Bankenrettung sehr hohe Beträge zurückfließen. Aber gegenwärtig ist Deutschland eines der am höchsten verschuldeten Länder Europas.
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Bulgarien
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16,2%
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Tschechien
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38,5%
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Dänemark
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43,6%
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Deutschland
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83,2%
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Estland
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6,6%
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Irland
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96,2%
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Griechenland
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142,8%
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Spanien
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60,1%
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Frankreich
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81,7%
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Italien
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119,0%
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Zypern
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60,8%
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Lettland
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44,7%
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Litauen
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38,2%
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Luxemburg
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18,4%
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Ungarn
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80,2%
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Malta
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68,0%
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Niederlande
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62,7%
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Österreich
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72,3%
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Polen
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55,0%
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Portugal
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93,0%
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Rumänien
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30,8%
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Slowenien
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38,0%
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Slowakei
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41,0%
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Finnland
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48,4%
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Schweden
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39,8%
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Großbritannien
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80,0%
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Das folgende Diagramm erschließt sich erst auf den zweiten Blick, ist aber sehr aufschlussreich. Dargestellt werden für die EU-Staaten sowohl die Defizite 2010 als auch die Gesamtverschuldung Ende 2010. Die Defizite sind in der Waagerechten eingetragen: Je weiter ein Land links steht, umso größer war das Defizit. Und die Gesamtverschuldung ist in der Senkrechten zu erkennen: Je tiefer ein Land steht, umso mehr Schulden hat es angehäuft. Alle Zahlen sind in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Der grüne Bereich ist die Maastricht-Zone: Bis zu 3% Defizit und 60% Gesamtverschuldung sind in der Währungsunion erlaubt.

Das Ergebnis ist niederschmetternd! Finnland (FI) ist der einzige Staat in der Währungsunion, der sich an die Regeln hält! Kein Land hat Überschüsse erzielt (alle liegen links von der Null-Prozent-Achse), nur Schweden (SE) hatte 2010 einen ausgeglichenen Haushalt. Fast alle Staaten liegen deutlich außerhalb des grünen Bereichs. Kein Staat liegt oberhalb der Null-Prozent-Linie, das heißt: Alle sind verschuldet, viele dramatisch hoch!
Irland (IE) sticht hervor: Das Defizit des Staates hat in einem einzigen Jahr fast ein Drittel der Wirtschaftskraft des gesamten Landes (nicht nur des Staates) ausgemacht!
Griechenland (EL) steht zur Zeit jeden Tag in der Zeitung. Aber wirklich besorgniserregend ist daneben Italien (IT), denn Italien ist ähnlich hoch verschuldet, und es ist eines der großen Ländern in der Währungsunion! Eine Rettungsaktion nach dem Vorbild Griechenlands wäre hier wohl nicht möglich.
Stand: Juni 2011