Sinkende Schuldenlast: DER SPIEGEL 2000 Heft 26, Seite 22

Der Präsident der Bundesbank wird dem Kanzler kaum erzählt haben, dass die Schuldenlast sinkt: Im Jahre 2000 macht allein der Bund 25 Mrd. € neue Schulden und im Jahre darauf 23,5 Mrd. €! Wie man im Kopf ausrechnen kann, verursachen die im Jahre 2000 neu aufgenommenen Schulden in den Folgejahren Zinslasten von über 1 Mrd. €
jährlich, und das auf Jahrzehnte hinaus, denn tilgen tut der Bund nicht. Es gehört schon eine Portion Ahnungslosigkeit dazu, wenn der Spiegel das "sinkende Schuldenlast" nennt. Einmal mehr wurde hier Neuverschuldung mit Gesamtverschuldung verwechselt und dadurch beim Leser der falsche Eindruck erzeugt, das Schuldenproblem werde allmählich gelöst. Das Gegenteil ist leider der Fall: Die Schuldenlast steigt und steigt.
Nachtrag: Immerhin schrieb dazu am 26.07.2000 der Spiegel-Leserdienst: "Sie haben Recht. Die Formulierung 'Sinkende Schuldenlast' ist zwar bei Journalisten beliebt, trotzdem ist sie ungenau."
Stand: Juli 2000