Der Kampf um das Balanced Budget
Unter dem Eindruck einer verheerenden Neuverschuldung in den 80-er Jahren wurde in den USA in den 90-er Jahren eine leidenschaftliche Debatte über einen ausgeglichenen Haushalt
(balanced budget) geführt. Mehrfach wurde im Kongress versucht, in die Verfassung einen Zusatz über einen zwangsweise ausgeglichenen Haushalt einzufügen (Balanced Budget Amendment). Dafür gab es starke Mehrheiten, aber an der nötigen Zweidrittelmehrheit im Senat fehlte 1995 im entscheidenden Augenblick eine einzige Stimme!

Präsident Clinton (1993-2001) machte die Sanierung des Haushalts zu einem zentralen Thema seiner Präsidentschaft. 1997 gelang es ihm, mit dem Kongress ein Gesetzespaket auszuhandeln, das einen
Stopp des Schuldenwachstums des Bundes bis zum Jahre 2002 vorsah. Infolge starken Wirtschaftswachstums wurde dieses Ziel schon 1998 erreicht! Danach wurde vier Jahre lang der Schuldenberg Jahr für Jahr ein Stück abgetragen. In der Öffentlichkeit wurde bereits darüber spekuliert, dass der amerikanische Gesamtstaat sich seiner Schulden komplett entledigen könnte.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war es damit vorbei. Seit 2002 steigen die Schulden wieder, und zwar außerordentlich stark. Das erwähnte Gesetzespaket (Budget Enforcement Act) ist sang- und klanglos
ausgelaufen.
Stand: November 2006