Ausland: USA

Die USA zählen - nach Japan, Griechen­land und Italien - zu den welt­weit am höchsten verschul­deten Staaten. Der absolute Betrag liegt bei umgerechnet knapp 22 Billionen Euro. Wichtiger noch ist, dass auch die Schuldenquote im internationalen Vergleich extrem hoch ist. Die welt­weite Schuldenkrise von 2008 hat tiefe Spuren im US-Haushalt hinterlassen. Die damals zusätzlich aufgenommenen Schulden konnten die USA bis heute nicht tilgen:

US-Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Staatsverschuldung Schuldenquote USA 1968-2018

Diese Zahlen enthalten auch die Gelder, die sich der Bund bei der staatlichen Rentenversicherung und bei der eigenen Zentralbank geliehen hat, sowie die Schulden der Bundesstaaten, Städte und Gemeinden, Details hier.

Die Rolle der Präsidenten

Die Verschuldungs­politik wird stark vom jeweiligen Präsidenten beein­flusst. Republikaner geben zwar mehr für das Militär aus und kürzen Steuern, aber sie sparen bei den Sozial­ausgaben. Bei den Demokraten ist es umgekehrt.

Die Präsidentschaft von Ronald Reagan (1981-1989) war geprägt von Kürzung der Steuern und Erhöhung der Militär­ausgaben, wodurch die Staats­verschuldung stark anstieg. Die Kürzung der Sozial­ausgaben dämpfte dies nur. Die Schulden­quote stieg während seiner Präsident­schaft um 55% (nur Bundes­schuld, Anstieg gegenüber dem Stand am Anfang der Regierungs­zeit).

Die Clinton-Arä (1993-2001) dagegen brachte einen seltenen Sanierungs­erfolg, wie es ihn seit Jahr­zehnten nicht gegeben hatte; in den letzten vier Jahren wurden sogar Über­schüsse erwirt­schaftet. Für diesen Erfolg gab es zwei Ursachen: Ein unge­wöhnlich lang anhal­tender Boom der Wirtschaft und der Kampf um das Balanced Budget. Am Ende war die Schulden­quote 11% niedriger als am Anfang.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nahm Präsident George W. Bush (2001-2009) wieder hohe Defizite insbeson­dere zur Finan­zierung des Kriegs im Irak in Kauf. Die Schulden­quote stieg um 22%.

Aber noch viel höher waren die Defizite seit Beginn der Finanz­krise unter Präsident Barack Obama (2009-2017). Die Schuldenquote lag um 55% über der vor der Obama-Zeit.

In den beiden Jahren danach unter Donald Trump ist die Schulden­quote des Bundes trotz Hochkonjunktur von 105,3% auf 106,1% gestiegen.

Es gibt gegenwärtig in den USA keine wesent­liche Debatte darüber, wie die Verschuldung zurück­geführt werden könnte.

Stand: 01.08.2019