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Details zur US-Verschuldung

Brutto- statt Nettoverschuldung

Für die US-Schuldenquote werden regelmäßig zwei völlig unter­schiedliche Zahlen angegeben, nämlich ca. 80% und ca. 100%: Einerseits Gross Debt (Brutto­verschuldung) und anderer­seits Debt Held by the Public (etwa: "Schuld­papiere, die von der Öffentlichkeit gehalten werden"). Der Unterschied liegt in Schulden, die der Bund bei der staatlichen Sozialversicherung aufgenommen hat. Oder aus der Sicht der Sozial­versicherung: Für diesen mehrere Billionen Dollar hohen Betrag hat die Sozial­versicherung die Beiträge ihrer Mitglieder in Staats­papieren angelegt. Die staatliche Sozial­versicherung hat - anders als in Deutschland - ein riesiges Kapital: Deckungs­prinzip statt Generationen­vertrag.

Entweder betrachtet man diese Schulden als solche des Staates bei sich selbst, dann zählen sie nicht mit und man kommt zu einer Schulden­quote von ca. 80%. Oder man betrachtet sie als Schulden bei den versicherten Bürgern. Dann zählen sie mit und man kommt zu einer Schulden­quote von über 100%.

Hier ist die zweite Betrachtungsweise gewählt, so sieht es etwa die OECD. Denn die Brutto­verschuldung spiegelt wider, was der Bund in den vergangenen Jahr­zehnten mehr ausgegeben als eingenommen hat. Dafür spricht auch, dass der Bund diese Beträge irgendwann zurück­zahlen muss, spätestens wenn durch Absinken der Geburtenrate die Sozial­versicherung mehr Renten auszahlt als Beiträge einnimmt.

Bundesstaaten und Gebietskörperschaften

Erstaunlicherweise werden in den wichtigsten Veröffent­lichungen nur die Schulden des Bundes aufgeführt (Quelle 50), die von "State and Local Government" fehlen! Diese werden zwar vom Bureau of Census erfasst (Quelle 51), aber soweit ersichtlich nirgendwo mit den Bundes­schulden zusammengerechnet. Um die Daten mit denen Europas vergleichen zu können, werden sie hier in die Schulden­quote eingerechnet, so dass sich ein um ca. 20% höherer Wert ergibt!

Zentralbank

Die Federal Reserve hält 11,4% der Bundes­schuld­papiere. Bei der Euro­päischen Zentralbank ist diese Quote ungefähr doppelt so hoch. In der Geschichte gibt es unzählige Beispiele, in denen die Finanzierung durch eine Zentral­bank zu einer Inflation geführt hat. Gegenwärtig ist die Gefahr einer Deflation aber deutlich höher.

Stand: 24.07.2019