Schulden wie im Krieg
Nur in den beiden Weltkriegen steckte Deutschland so tief in den Schulden wie heute! Wir haben jetzt seit 10 Jahren eine Schuldenquote von deutlich über 60%. Das hat es seit der Bismarckschen Reichsgründung von 1871 in Friedenszeiten nie gegeben:
Die Grafik zeigt die langfristige Verschuldung, gemessen an der Größe der Volkswirtschaft (
Quelle). Für die beiden Weltkriege und die chaotischen Jahre danach gibt es keine verlässlichen Zahlen. Aber deutlich wird: Weder im Kaiserreich noch in der Weimarer Republik hat es Schuldenquoten über 60% gegeben. Jetzt dagegen sind sie Dauerzustand, und die Tendenz der letzten Jahrzehnte deutet auf weitere Zunahme. Die gigantischen Bürgschaften für
EFSF, IWF und Banken-Rettungsfonds kommen noch dazu.
Noch etwas zeigt das Bild: Nach den beiden Schuldenkatastrophen von 1923 und 1948 war der Staat weitgehend schuldenfrei. Es hatte jeweils eine schwere Inflation und dann eine Währungsreform gegeben. Und deren Ergebnis war, dass alle Schulden in inländischer Währung praktisch annulliert wurden.
Es gibt einen belegbaren Zusammenhang (
Reinhard und Rogoff S. 200) zwischen hoher Staatsverschuldung und nachfolgender Inflation. Das muss keine Hyperinflation wie 1923 sein; fünf Jahre 15% Inflation halbieren die Schulden auch (
Rechenbeispiel).
Stand: 26. Januar 2012