Ausland: Europa

Jedes Jahr im April veröffent­licht die Euro­päische Union Daten zur Ver­schuldung der Mitglied­staaten. Nach den Maastricht-Kriterien für die EURO-Währungs­union darf die Gesamt­verschuldung 60% des BIP nicht über­steigen. - Dies sind die Schulden­stände ausgewählter Staaten für den 31.12.2017, jeweils in Prozent zum Brutto­inlands­produkt ("Schulden­quoten"): (Quelle 43)

€-Zone gesamt 86,7% Im Jahre 2017 ist die Schulden­quote in Europa zum dritten Mal hintereinander gesunken. Die Euro-Währungs­union hat sich seit den drama­tischen Ereig­nissen vom 09.05.2010 faktisch zu einer Haftungs­gemein­schaft entwickelt, daher ist heute die Entwick­lung in der Euro-Zone für Deutsch­land wichtiger als die Verschul­dung in Deutsch­land selbst.

In den Ländern mit sehr hohen Schulden­quoten sind diese 2017 konstant geblieben. Demgegenüber haben Deutschland, Österreich und die Niederlande die Schulden­quote deutlich verringert (Deutschland innerhalb von vier Jahren von 74% auf 64%).

In absoluten Beträgen ist Deutsch­land jetzt nur noch das Land mit den dritt­höchsten Schulden. Nach Italien sind jetzt auch die Schulden in Frankreich höher. Dabei ist die Wirt­schafts­kraft Italiens nur etwa halb so groß wie die Deutsch­lands. Ohne die Kredite der Euro­päischen Zentral­bank (EZB) wäre Italien vermutlich zahlungs­unfähig.

in Irland ist die Entwicklung wirklich erstaunlich: Innerhalb von nur vier Jahren sank die Schuldenquote von 104% auf 68%!

In Griechenland verharrt die Schulden­quote bei über 170%, trotz aller Spar­anstren­gungen. Das ist - nach Japan - der zweithöchste Stand weltweit (Quelle 42).



Belgien 103,1%
Tschechien 34,6%
Dänemark 36,4%
Deutschland 64,1%
Irland 68,0%
Griechenland 178,6%
Spanien 98,3%
Frankreich 97,0%
Italien 131,8%
Ungarn 73,6%
Nieder­lande 56,7%
Österreich 78,6%
Polen 50,6%
Portugal 125,7%
Finnland 61,4%
Schweden 40,6%
Groß­britannien 87,7%

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Stand: April 2018