FAQ zur Staats­verschuldung


Zahlen und Fakten
Wie hoch ist die Staats­verschuldung Deutschlands?
Wie viel davon wird jährlich zur Tilgung fällig?
Wie hoch war die Verschuldung in der Vergangenheit?
Wie hoch ist sie im Ausland?
Wer sind die Gläubiger?

Ursachen und Folgen
Was sind die Haupt­ursachen?
Was wären die Folgen, wenn die Schulden weiter steigen?
Führt Staats­verschuldung zu Inflation?

Auswege
Was kann man dagegen tun?
Könnte der Staat seine Schulden nicht einfach abschütteln?
Welche gesetzlichen Regeln begrenzen die Staats­verschuldung?
Gibt es überhaupt Hoffnung, die Verschuldung in den Griff zu bekommen?
Was kann ich selbst tun?

Über diese Website
Wer betreibt diese Website?
Wie aktuell sind die Zahlen?
Kann man den Angaben hier vertrauen?
 
Wie hoch ist die Staats­verschuldung Deutschlands?
Sie lag Ende 2010 bei ca. 2000 Mrd. € (2 Billionen €). Gemessen am Brutto­inlandsprodukt (BIP) sind dies ca. 80%. Das BIP beschreibt die Wirtschafts­kraft eines Landes.

 
Wie viel Schulden werden jährlich zur Tilgung fällig?
Der Staat muss in jedem Jahr ungefähr 300 Mrd. € fällige Schulden zurück­zahlen! Das Geld hat er nicht, also nimmt er neue Schulden auf ("Umschuldung"). Der Staat ist also komplett abhängig von der ständigen Bereitschaft der Gläubiger, ihm neue, riesige Beträge zu leihen. Die Gläubiger dagegen können sich aussuchen, welchem Staat sie Geld leihen.

 
Wie hoch war die Staats­verschuldung in der Vergangenheit?
Wesent­lich niedriger! Nach der Währungs­reform von 1948 war der Staat nahezu schulden­frei. So blieb es bis ca. 1970. Danach sind die Schulden Jahr um Jahr gestiegen, am stärksten um 1990 nach der Wieder­vereinigung und gegen­wärtig nach der Finanz­krise.

 
Wie hoch ist die Staats­verschuldung im Ausland?
In allen größeren Staaten ist sie ähnlich hoch, in einigen (USA, Griechenland, Italien) wesentlich höher. Am schlimmsten ist es in Japan (ca. zweieinhalb Mal so hoch).

 
Wer sind die Gläubiger?
Darüber ist auffällig wenig bekannt! Man weiß zwar, dass insbeson­dere Banken, Pensions­fonds und Kapital­anlage­gesell­schaften die Staats­verschuldung finanzieren. Die meisten Gläubiger wünschen aber nicht, dass sie namentlich erfasst werden. Daher gibt es kein Verzeichnis der Gläubiger.

 
Was sind die Haupt­ursachen?
 
Was wären die Folgen, wenn die Schulden weiter steigen?
Irgendwann würden die Gläubiger das Vertrauen verlieren, dass der Staat alles pünktlich und vollständig zurück­zahlt. Dann würden sie ihm die Riesen­summen, die er Tag für Tag zur Tilgung der gerade fälligen Altschulden braucht, nicht mehr geben oder nur noch kurzfristig zu horrenden Zinsen. Die Folge wären Zahlungs­stockungen und Zahlungs­kürzungen: Die im öffent­lichen Dienst Beschäftigten, die Rentner und die Arbeits­losen bekämen ihr Geld verspätet und nicht in voller Höhe. Banken würden zusammen­brechen, in der Folge auch andere Unternehmen, also käme es zu Massen­arbeits­losigkeit und Verelendung weiter Teile der Bevölkerung.

 
Führt Staats­verschuldung zu Inflation?
Es kommt darauf an, ob die Europä­ische Zentral­bank zulässt, dass die Geld­menge wächst. Dies wäre der Fall, wenn sie den Staaten der Euro­zone neu ausgegebenes Geld leiht. Denn das neue Geld würde in Umlauf kommen, ohne dass es dafür mehr Güter zu kaufen gäbe.

 
Was kann man gegen die Staats­verschuldung tun?
Man kann die Einnahmen erhöhen oder die Ausgaben senken oder beides. Es wird entscheidend darauf ankommen, dass die Mehrheit der Wähler die Not­wendig­keit erkennt. Andere Länder haben vorgemacht, dass man die Staats­verschuldung senken kann, Dänemark etwa, zeitweise auch die USA. In wirtschaft­lichen Abschwung­phasen gibt es wenig Spielraum. Die Entscheidung fällt lang­fristig in den Aufschwung­phasen. Dann muss es gelingen, Über­schüsse zu erwirt­schaften.

 
Könnte der Staat seine Schulden nicht einfach abschütteln?
Staat­liche Zahlungs­stopps hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Die unmittelbare Folge wäre aber, dass die meisten Banken zusammen­brechen, weil ein riesiger Teil ihres Aktiv­vermögens auf einmal wertlos ist. Und das wiederum würde weite Teile der privaten Wirtschaft ruinieren, weil sie ständig auf Bank­kredite angewiesen sind. Das Ergebnis wäre sehr schnell Massen­arbeits­losigkeit.

 
Welche gesetzlichen Regelungen begrenzen die Staats­verschuldung?
Deutschland ist seit 2002 durch die europäischen Maastricht-Regeln gebunden: Die Neu­verschuldung darf 3%, die Gesamt­verschuldung 60% des Brutto­inlandsprodukts nicht übersteigen. Diese Regeln werden laufend überschritten, ohne dass es zu ernst­zu­nehmenden Sanktionen gekommen ist. - Die Schuldenbremse soll ab 2016 die Verschuldung des Bundes auf der dann erreichten Höhe einfrieren (Länder: ab 2020). Diese Regelung kann vor dem Bundes­verfassungs­gericht durchgesetzt werden.

 
Gibt es überhaupt Hoffnung, die Verschuldung in den Griff zu bekommen?
Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, aber es ist nicht unmöglich. Noch hat Deutschland an den Finanz­märkten einen Ruf als zuverläs­siger Schuldner. Und noch reicht die Wirtschafts­kraft, um immerhin die Zinsen zu zahlen. Wenn es gelingt, die Verschuldung einzu­frieren, wird das Problem in den Folge­jahren entschärft, weil durch Wirtschafts­wachstum und Geld­entwertung das Problem langsam an Bedeutung verliert.

 
Was kann ich selbst tun?
An der Wahlurne können wir Politiker danach beurteilen, ob sie die Gesamt­verschuldung haben steigen lassen oder nicht. Wir können im Bekannten- und Kollegen­kreis Position beziehen für einen Stopp des Schuldenwachstums. Wir können uns darum bemühen, in ganzen Konjunktur­zyklen zu denken (5-11 Jahre) statt in Jahren.

 
Wer betreibt diese Website?
Der Steuer­berater und Rechts­anwalt Dr. Klaus Först aus Flensburg

 
Wie aktuell sind die Zahlen?
Unter jeder Seite ist angegeben, wann sie zuletzt aktualisiert wurde. Es dauert einige Monate, bei Einnahmen und Ausgaben Jahre, bis die statis­tischen Ämter die Zahlen ermittelt haben. Im allgemeinen werden neue Zahlen danach innerhalb kurzer Zeit hier aufgenommen.

 
Kann man den Angaben hier vertrauen?
Ja, das können Sie, und zwar aus folgenden Gründen:
  1. Die Angaben beruhen auf öffentlich zugäng­lichen, seriösen Quellen, z.B. dem Statis­tischen Bundesamt in Wiesbaden oder Eurostat, dem Statis­tischen Amt der Europä­ischen Union in Luxemburg. Für die wichtigsten Zahlen ist die Herkunft durch Angabe der konkreten Quelle belegt.

  2. Diese Website wird seit 1999 betrieben und hat mehrere Hundert­tausend Besucher pro Jahr. Darunter sind viele Fachleute, und deren Fehler­hinweise und Rück­meldungen sind über all die Jahre hinweg ausgewertet und einge­arbeitet worden. Dadurch ist die Fehler­rate inzwischen sehr gering.

  3. Hinter der Website stecken keine kommer­ziellen Interessen und auch keine politische Partei. Sie liefert im wesentlichen Fakten. Wo sie Kommentare enthält, sind diese  blau unterlegt  und damit von der puren Information leicht zu unter­scheiden.



Stand: März 2010